3 Gründe, warum du öfter nein sagen solltest!

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.- Nicolas Chamfort

Dieser Artikel ist Teil der BlogparadeNein sagen und selbstbestimmt glücklich werdenbei bella4business.

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Sag, wann hast du es zuletzt getan?

Wann hast du zuletzt NEIN gedacht, gefühlt, gezweifelt, gezögert und dann tatsächlich auch GESAGT??

Nein.

„Nein“ zu einer dich auslaugenden Bitte.
„Nein“ zu einer dir unwillkommenen Einladung (im besten Falle… ohne Ausrede?).
„Nein“ zu einer schlechten Stimmung, die sich anzubahnen droht.
„Nein“ zu einem neuen Projekt auf deinem vollen Schreibtisch.
„Nein“ zu einem weiteren Glas Wein.
„Nein“ zu einem weiteren Date, wobei deine Zweifel nach dem ersten bereits gewaltig waren?
„Nein“ zu deiner lauten, rufenden inneren Kritik.
„Nein“ zur Schuld.
„Nein“ zur Last.
„Nein“ zu Konventionen.
„Nein“ zum Zwang.
„Ja“ zu dir!

NEIN bedeutet ganz oft JA… Ja zu dir!

Diese Worte, die ich hier zu Papier (bzw. auf deinen Screen) bringe, geistern mir schon lange im Kopf umher. Warum? Weil auch ich viel zu oft noch „ja“ sage, wobei ich „nein“ denke und fühle.

Kürzlich: Mein Geschäftspartner fragte mich, ob ich diesen Kunden nächste Woche noch „irgendwie“ unter kriege. Er fragte das ohne einen Funken von Druck oder Stress. Er fragte lediglich. Ganz nett. Ganz normal. So wie wir uns jeden Tag Fragen stellen. Fragen stellen und Antworten geben. Jeden Tag. Immer wieder. Oft klappt das ganz prima!
Doch… Diesmal nicht. Ich hatte einen unheimlich vollen Kalender für die nächste Woche. Alles davon war brennend wichtig und zeitkritisch. Und wenn ich ehrlich bin, dann wusste ich so schon nicht, wie ich das alles schaffen sollte. Auch ohne diesen Kunden.

Was ist passiert?

Ich dachte „nein, das klappt nicht“.
Ich fühlte „oh fuck“…
Ich zweifelte „wird knapp, aber geht schon irgendwie. Irgendwie geht’s ja immer!“
Ich zögerte 2 Sekunden. Maximal!
Ich sagte „Ja, klar, her damit!“

Wieso habe ich nicht einfach NEIN gesagt?

Ich hätte ihm ganz einfach meine Situation beschreiben können, wenn ich das gewollt hätte. Das „ja klar, her damit!“ bescherte mir wirklichen Stress! War der nötig? Musste dieser Stress bei mir landen? Warum? Ganz einfach (puh, das fällt mir nicht leicht zu schreiben): Weil ich so gerne helfe. Und weil ich gefallen will. Weil ich stark wirken möchte. Tough. Klar, den einen Kunden, kein Problem, her damit! Hast du vielleicht noch einen für mich? Den pack ich auch noch! Sei stark, Nele, du schaffst das alles!

Kennst du deine "inneren Antreiber"?

Aus der Theorie Transaktionsanalyse sind die 5 sogenannten „inneren Antreiber“ bekannt:

SEI STARK!
SEI PERFEKT!
SEI GEFÄLLIG!
BEEIL DICH!
STRENG DICH AN!

Diese Antreiber lernen wir bereits in der Kindheit kennen. Sie können für uns einen antreibenden Charakter haben (einen förderlichen) oder auch einen blockierenden (also hinderlichen). Sie beeinflussen unser Verhalten wesentlich und unbewusst. Oft sind sie der Grund für ein unausgesprochenes „nein“, das durch ein „ja“ ersetzt wird.

Hast du manchmal das Gefühl, dass sich einer dieser Antreiber bei dir meldet? Wenn ja, welcher? Ihn zu kennen ist der erste Schritt zur Bändigung, glaube mir!

Bei mir meldet sich regelmäßig der „SEI STARK“ Antreiber… Oh ja, den kenne ich gut!

Und ich sag euch was: Ja, ich habe den Kunden unter gebracht! Klar! Aber irgendetwas anderes wird deshalb vom Tisch gefallen sein. Etwas leises, stilles, etwas was nur mir gehört. Die Macht über meine Worte? Meine Entscheidungen? Die Macht über meine Zeit? Über meine Prioritäten?

Kennst du solche Situationen?

Wenn ja, dann habe ich hier 3 Gründe, warum es sich lohnt stets kurz inne zu halten, tief durch zu atmen und sich zu fragen, ob das „nein“ in deinem Kopf nicht auch den Weg – über Stimmbänder und Mund – nach draußen befördert werden darf!

Ganz wichtig, ich spreche hier nicht davon, dass grundsätzlich ein „ja“ gegen „nein“ getauscht werden soll. Im Gegenteil! Es geht darum öfter mal „nein“ zu sagen, wenn du dich nach „nein“ fühlst. Und ebenso „ja“ zu sagen, wenn du „ja“ fühlst.

Warum also öfter NEIN sagen?

  • Weil du für deine Bedürfnisse verantwortlich bist!

    Sicher, es ist auch oft wichtig die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Anderen den Vortritt zu lassen. Ganz bestimmt sogar. Aber nicht regelmäßig und erst recht nicht dauernd! Hierbei kommt es auf die Anzahl an. Und die Gründe. Wie oft nimmst du dich zurück, um den Bedürfnissen anderer mehr Raum als deinen eigenen zu geben? Wenn du es tust, hast du wirkliche Gründe dafür?

  • Weil deine Freunde, Kollegen und deine Familienmitglieder auch wollen, dass es dir gut geht!

    Ja, so ist es doch. Wer möchte dir denn Böses? Nur wenn du mitteilst, wie du dich fühlst, wonach dir eigentlich gerade ist, dann hat dein Umfeld eine Chance darauf zu reagieren. Wie oft denken wir „Ach, das muss er doch selber sehen! So viele Signale, wie ich schon gesendet habe…„ oder „Wenn sie mich wirklich kennen und mögen würde, dann wüsste sie, wie es mir gerade geht…“ Es tut mir leid, aber das funktioniert so nicht! Fast nie! Im düsteren Wald der Annahmen geht so so vieles schief. Andeutungen bringen uns oft nicht weiter, es kommt zu oft zu Miss- oder gar keinen Verständnissen. Also: Sage was du gerade brauchst, dann weiß dein Gegenüber auch, was in dir vorgeht und wird dein „nein“ sicher gut verstehen. Und wenn nicht? Dann solltest du immer noch überlegen, ob es sich lohnt dein eigenes Bedürfnis mit niedrigerer Priorität zu betrachten als das Bedürfnis des erklärten „Nicht-Verstehers“.

  • Dir wird nichts passieren!

    Versuch es einfach mal. Mit einem schlichten „nein“. Und warte ab, was passiert. Du erwartest Ablehnung? Ärger? Stress? Dann frage dich: Was ist das Schlimmste was passieren kann (meine Lieblingsfrage 🙂 )? Jemand guckt komisch. Muss seine Aufgabe doch selber machen. Bekommt eine Absage zum Date. Muss das eingegossene Glas Wein weg schütten. Oder selber trinken. Was davon berechtigt wirklich dazu, dich nicht zu mögen, dich abzulehnen, dir Stress zu bereiten?
    Wegen eines „neins“? Richtig: Nichts!!
    Und wer es dann doch so weit treibt… Tja… Das sollte dann doch nicht dein Problem sein, oder? NEIN!

Und WIE soll ich das bitte schaffen?

Das „ja“ kommt oft so schnell! Plötzlich ist es da. Gesagt. Hängt im Raum. Ungewollt und doch präsent. Voller Erwartungen und Tatendrang. Vom „nein“ ist nichts zu hören.

Dein Zauberwort heißt: Bedenkzeit!

Oft musst du nicht gleich antworten. Bitte um ein bisschen Zeit, bevor du antwortest. Denk nach. Fühle in dich hinein. Und dann frage dich:

  • Wie viel Energie habe ich dafür übrig?
  • Möchte ich das tun? Oder eigentlich nicht… Wenn nicht, welche berechtigten Gründe sprechen dafür des dennoch zu tun und „ja“ zu sagen?
  • Was fällt vom Tisch, wenn ich jetzt „ja“ statt „nein“ sage? Ist es wertvoll?

Ich wünsche dir viel Freude beim „nein“ sagen üben. Ich übe es auch gerade ganz intensiv.

Denn eines steht fest: Ein „nein“ bedeutet ganz oft „ja“! „Ja“ zu dir!

2 Antworten
  1. Aline Kniestedt
    Aline Kniestedt says:

    Hallo Nele,
    ich bin gerade zufällig auf Deinen Blog-Beitrag gestoßen.
    Die inneren Antreiber machen es uns manchmal ganz schön schwer. Sich mit denen auseinanderzusetzen ist dabei ein erster wichtiger Schritt.

    Viele Grüße aus Leipzig
    Aline von blog.nicht-streiten.de

    Antworten

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