Hör endlich auf dich zu vergleichen: Mit deinem 6-Schritte-Plan!

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.- Søren Aabye Kierkegaard

Vergleiche. Überall Vergleiche. Mir wird ganz schwindelig.

Preisvergleich. Vorgartenvergleich. Handytarifvergleich. S***anzvergleich. Schönheitsvergleich. Herkunftsvergleich. Zufriedenheitsvergleich. Glücksvergleich. Wertvergleich.

Ja, wir vergleichen viel. Vielleicht zu viel. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall können wir es recht gut! Haben es auch schon seit unserer frühen Kindheit gut geübt. Deine Barbie ist schöner als meine. Dein Lastwagen fährt schneller als meiner. Dein Gameboy ist neuer als meiner. Meine Haare sind länger als deine. Deine Mama ist jünger als meine. Dein Papa fährt ein kleineres Auto als meiner. Du bekommst mehr Taschengeld. Meine Noten sind besser. Mein Hamster läuft schneller im Laufrad als deiner.
Im Erwachsenenalter vergleichen wir dann sicher anders. Vielleicht „erwachsener“. Vielleicht auch nicht. Vielleicht sprechen wir unsere Vergleiche einfach nicht mehr so deutlich aus, wie zu Kinderzeiten. Doch noch immer vergleich wir. Viel! Autos. Preise. Beziehungen. Aussehen. Erfolge. Wir vergleichen uns mit anderen.
Das ist auch gar nicht schlimm, im Gegenteil! Wir brauchen Vergleiche um uns einordnen zu können und um ein Gefühl für Relationen zu bekommen. Woher wissen wir sonst, dass ein Handy für EUR 2.000 übermäßig teuer ist? Oder ein höherer Schulabschluss deshalb erstrebenswert ist, weil wir beobachten bzw. vergleichen können, was für Chancen er mit sich bringt.

 

Ja, wir brauchen Vergleiche. Zum Lernen. Zum Einordnen. Zum Abwägen. Zum Entscheiden. Zur Zielsetzung. Zum Vorbild suchen. Zum Besserwerden.

Wo ist nun die Grenze? Wo beginnt der Bereich der Vergleiche, der uns und unserem Seelenglück schadet?

Diese Grenze liegt genau dort, wo du deinen persönlichen Wert oder den eines anderen anhand eines Vergleiches bemisst!
Du wirst (oder bist) unglücklich, wenn du dich selbst als wertloser betrachtest als jemand anderen, der – im Vergleich zu dir – mehr (Wimpernlänge, Geld, Wissen…) hat. Warum? Weil du immer jemanden finden wirst, der vermeintlich mehr hat. Weil du dich dann schlecht fühlen wirst. Immer wieder. Immer wieder. In der Wissenschaft wird das Aufwärtsvergleich genannt. Wir vergleichen immer dann aufwärts, wenn wir etwas oder jemanden mit etwas hypothetisch Besserem, Schönerem, Angenehmerem vergleichen.
Genauso schadest du dir, wenn du dich daran bewertest, wenn jemand weniger (Wimpernlänge, Geld, Wissen…) hat als du! Auch hier wirst du ständig auf der Suche sein. Um jemanden zu finden, dem es schlechter geht als dir. Denn nur dann kannst du deinen eigenen Wert spüren. Dein Selbstwertgefühl hängt also auch hier von anderen ab. Du fühlst dich selbst besser, wenn es anderen schlecht geht. Diese Art des Vergleichs wird auch Abwärtsvergleich genannt. Es bedeutet, sich selbst mit Menschen zu vergleichen, denen es schlechter oder genauso schlecht geht, wie einem selbst.

Dein 7-Schritte-Plan:

Gehörst du zu denjenigen, die sich oft mit anderen vergleichen, und hast du das Gefühl, dass du dir damit schadest? Wenn ja, dann habe ich hier einen 7-Schritte-Plan für dich, der dir hilft, das zu ändern! Am Ende findest du noch nützliche Tipps, die dir bei der Umsetzung helfen werden.

  • Schritt 1: Werde dir über deine häufigen Vergleiche bewusst!

    Halte inne.

    Halte an.

    Die Erkenntnis, dass du gerade am Vergleichen bist, ist der erste und wichtigste Schritt zur Veränderung. Wenn du dich oft mit anderen vergleichst, dann bist du sicher heavy-user des Wörtchens „nur“. Ich habe „nur“ einen Balkon, meine Freundin hat einen Garten. Ich habe „nur“ wenige Freunde, andere haben viel mehr. Ich habe „nur“ Körbchengröße A. Habe „nur“ EUR 200,- Erspartes. Habe „nur“ einen Sachbearbeiterjob. Habe „nur“ einen alten Polo.
    Deine Aufgabe: Richte dir einen inneren Alarm ein. Immer wenn das Wörtchen „nur“ aus oder in dir ertönt, dann gib gut acht. Ein Vergleich ist nicht mehr weit… Halt ihn an!

  • Schritt 2: Erkenne... Jeder ist anders!

    Was so simpel klingt ist, doch so schwer zu verinnerlichen. Wir alle haben unterschiedliche Motive, genetische und kulturelle Voraussetzungen und Hintergründe. All das macht uns zu dem, was wir heute sind. Dich zu vergleichen bedeutet oft, dass du chancenlos bist. Wenn ich z.B. anfangen würde jede Frau, die 175cm groß ist (ich bin eine kleine Frau, mit 156cm) zu beneiden, mich schlecht und weniger wertvoll zu fühlen, dann hätte ich es wirklich schwer. Ich konnte niemals so groß werden. Meine Gene sahen anderes mit mir vor. Bei 156cm machten sie eben halt.

    Niemand ist perfekt.

    Oder… Jeder ist perfekt?

    Entscheide du.

  • Schritt 3: Die Kunst der Gunst

    Beginne dich mit denen, mit denen du dich sonst vergleichst, zu freuen.

    Ja, freue dich mit anderen!

    Ja, verbanne den Neid! Er nützt dir nichts.

    Neid ist ein negatives Gefühl, was dich nur darin unterstützt, dich selbst zu bemitleiden und minderwertig zu fühlen. Er schwächt dein Selbstwertgefühl (hier geht’s zum Artikel zum Thema Selbstvertrauen: klick HIER) nachhaltig und schadet nur.

  • Schritt 4: Frage dich, was dir wirklich fehlt

    Warum vergleiche ich, was fehlt mir (bzw. was denke ich, was mir fehlt)?

    Was ist erreichbar (ich KANN z.B. nicht 175cm groß sein… Kann aber z.B. eine Beziehung beenden, die mich unglücklich macht. Oder mit dem Chef über meine Unzufriedenheit sprechen)?

    Bin ich bereit dafür, die Schritte einzuleiten, die mich dorthin führen? Bin ich bereit für die Veränderung? Bereit zum Loslassen (HIER kannst du herausfinden, ob es sich lohnt etwas/jemanden los zu lassen)?

    Ja? Dann: LOS!

    Nein? Dann akzeptiere deine Situation.

  • Schritt 5: Übe Dankbarkeit

    Regelmäßig.

    Am besten jeden Tag.

    Ich sag mir jeden Abend im Bett drei Dinge auf, für die ich am Tage besonders dankbar bin. Warum ich das tue? Weil es meinen Fokus auf das lenkt, was ich habe! Und weg von dem, was ich (noch) nicht erreicht habe, nicht besitze, nicht fühle oder erlebe. Du wirst staunen, es gibt selbst an grauen Tagen schöne Momente, für die du dankbar sein kannst.

  • Schritt 6: Hab keine Angst, du selbst zu sein!

    Mit all dem, was dazu gehört. Was zu dir gehört. Lerne dich kennen und lieben. Du bist einzigartig. Mit deinen Motiven (lerne HIER mehr über deine Motive), Erfahrungen, Werten, mit deinem Aussehen und deinem wundervollen Geist und Herz.

Tipps & Tricks: Was dir dabei hilft

  • Gib dir Zeit. Eine Gewohnheit abzulegen, ist nicht leicht. Wenn du dazu neigst, dich oft und gerne zu vergleichen, wirst du es sicher nicht nach dem Lesen dieses Artikels sofort abstellen können. Daher: Beginne mit Schritt 1! Und wenn du diesen Schritt ein einige Male gegangen bist, dann wage dich zu den nächsten Schritten vor. Hab Geduld mit dir.
  • Erlaube auch anderen nicht, dich mit anderen zu vergleichen! Was du dir vornimmst, gilt auch für andere.

Ich hoffe, diese Zeilen nützen dir. Und nun: halte dich von Vergleichsmaßstäben fern und konzentriere dich auf deine eigenen Pläne & Ziele! Das macht viel mehr Spaß :-).

Leite den Artikel gerne weiter, wenn du jemanden kennst, für den er hilfreich sein könnte.

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Ich danke dir.

 

2 Antworten
  1. Oliver
    Oliver says:

    Vergleichen gehört sicher zu unseren häufigsten “Sünden”, die wir begehen. Zwar wissen die meisten Menschen, dass sie sich damit selbst nichts Gutes tun, doch dagegen vorzugehen ist nicht einfach. Dieser Artikel kann dabei sicherlich helfen.

    Antworten
    • Nele
      Nele says:

      Lieber Oliver, ich danke dir für deine Worte. Ja, ich sehe es wie du – gegen das Vergleichen anzugehen ist nicht einfach. Das allerwichtigste ist zu erkennen, dass man selbst davon „betroffen“ ist. Wahrnehmen. Spüren. Anhalten. Langsam verändern. Schritt für Schritt.

      Einen wunderbaren Wochenstart wünscht Nele

      Antworten

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