Keine Zeit für Pausen? Warum du sie dir dringend nehmen solltest!

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.- John Steinbeck

Heute Mittag habe ich mich erwischt. Erwischt bei einem Gedanken, den ich tatsächlich gar nicht mag. Und er veranlasst mich zu diesen Zeilen. Das hier ist geschehen:

Es ist Mittwoch. Ein recht ungewöhnlicher Mittwoch, das gebe ich zu. Was macht ihn so ungewöhnlich? Ich habe ihn mir (bis auf eine klitzekleine Ausnahme 🙂 ) frei von Terminen gehalten. Solche Tage sind selten und ich muss sie im Voraus planen. Manchmal hätte ich gerne mehr davon. Von diesen terminfreien Tagen.

Ich liebe die gefühlt zeitlosen Tage im Café, an denen ich stundenlang schreibe, kreativ bin, Produkte und Ideen erfinde.

An denen ich Farben, Menschen, Gerüche und Gedanken erlebe, dicht an mir vorbeiziehen und Spuren hinterlassen sehe. Und da ich sie so liebe, hab ich mir diesen Mittwoch frei gehalten. Dennoch: Der Vormittag ging für Orga und einen Telefontermin drauf. Aber das macht ja nichts, ein halber Tag ist schon so so so viel wert! Doch wie schaffe ich den Sprung vom Büro in die Kreativität? Klar: Einfach losgehen! Laptop, Buch und Stifte im Rucksack verstaut, in buntes Frühlingskleid und Sandalen geschlüpft… so bin ich dann losgezogen. Oh, du geliebter Mittwoch, du!

Auf dem Weg in mein liebstes Café in Freiburg, kam ich an einem hübschen Restaurant vorbei. Ein freier Platz mit Sonne im Garten lächelte mich einladend an. Der perfekte Ort für meine Mittagspause! Und das wird kein Business-Lunch. Das wird ein Nele-Lunch! Dort angekommen bestellte ich einen Mittagstisch, holte meinen Kindle raus, begann in einem wunderbaren Buch zu lesen, mit Sonne im Gesicht und Ruhe im Gemüt. Und dann kam er. Der ungeliebte Gedanke. Schwer und groß. Und ich wurde ihn kaum wieder los…

„Nele, was machst du hier eigentlich? Hast du deine to-do-Liste vergessen? Sie ist Kilometer lang und du sitzt hier, verträumt in dich hinein lächelnd und genießend in der Frühlingssonne und faulenzt an einem Mittwochmittag?“

BOOOOOOOAH! Das tat weh.
Durchatmen. Atmen. Nochmal atmen. Im Stillen aufsagen:

„Ich brauche diese Pause. Diesen Moment des Genusses. Ruhezeit. Zeit zum Auftanken. Zum Alleinsein.“

Mein Essen kommt. Mein Lächeln weicht dem schlechten Gewissen. Im Büro ’ne schnelle Nudel kochen wär doch auch gegangen! Sekundenlang. Schwere. Stille. Blöde Gedanken. Eins. Zwei. Drei. Vier…
Mein Mittagessen wartet und duftet treu.

Plötzlich bin ich wieder da! Ha! Was für ein guter Streich, liebe Gedankenwelt. Nicht schlecht, fast wäre ich auf dich rein gefallen. Doch mittlerweile kenne ich dich ziemlich gut. Und ab und zu erlaubst du dir einen Test mit mir. Schickst mir Zweifel, verpackt in glitzerndes Vernunftspapier, mit Schleife geschmückt und nach schlechtem Gewissen duftend.
Doch dieser Duft, der stinkt mir so!

Ja, ich habe ihn genossen, meinen Moment der Pause! Und selbst während ich diese Zeile schreibe, hält er noch an. Denn das ist es, was ich so sehr liebe: Genießen, denken, schreiben, gestalten, inne halten. Pause machen. Und während das passiert, erlebe ich einen grandiosen Nebeneffekt:

Meine Akkus laden auf. Ich lade sie am Puls der Pause. Poch. Poch. Poch.

Dieser Moment erinnert mich mal wieder daran, wie schwer es uns so manchmal fällt, so richtig inne zu halten. Pause zu machen. Ruhe zu tanken. Akkus zu laden. Und obwohl ich regelmäßig Pausen einlege und sie in meinen Alltag fest hinein gehören, passieren auch mir solche Momente wie eben heute Mittag…

Hast auch du manchmal Schwierigkeiten, dir Pausen einzuräumen?

Hier findest du drei überzeugende Gründe, warum du öfters Pausen machen solltest:

 

  • Pausen schenken dir Raum für Gedanken und Ideen, die im alltäglichen Dauerlauf keinen Platz finden.

    Speziell in ruhigen Momenten schafft es deine innere Stimme (oder Intuition) zu dir zu sprechen. Oft überhören wir sie sonst!
    Und immer dann, wenn du deinen Gedanken und Bedürfnissen lauschst, passiert der tolle Nebeneffekt: Du tankst Energie! Weil du dir selber Raum gibst. Den Fokus von außen nach innen lenkst. Diese Umlenkung von Aufmerksamkeit ist enorm erfrischend.

  • Du arbeitest effektiver, wenn du zwischendurch Pausen einlegst!

    Regelmäßige Pausen sorgen für Erholung und können einem Burn-Out vorbeugen, darüber sind sich Mediziner und Psychologen einig. Pausen steigern die Effektivität deiner Arbeit! Das müssen im übrigen keine langen Pausen sein, schon wenige Minuten jenseits des Arbeitsplatzes (wichtig!) steuern zur Erholung bei. Die effektivste Pause findet übrigens – so ergaben diverse Studien – im Grünen statt. Je näher du der Natur bist, desto schneller laden deine Akkus (Merke: dort, wo es keine Steckdosen gibt, laden deine Gemütsakkus am Allerbesten!).

  • Weil du wichtig bist. Und deine Zeit, die ist so kostbar!

    Denn deine Zeit, sie ist dein Leben. Was ist das Leben sonst, wenn nicht die Zeit? Und wenn die Pausen es sind, die dir helfen die Lebenszeit deiner Akkus zu verlängern, dann brauchst du keine weiteren Gründe mehr, oder?

Die spannende Frage ist natürlich, wie gestalte ich die Pausen denn so, dass sie wirklich erholsam sind?

Im Prinzip gibt es nur eine goldene Regel für deine Pause: Sie soll dich von der Tätigkeit wegholen, mit der du dich gerade (also normalerweise außerhalb der Pause) beschäftigst. Und alles andere ist wiederum sehr individuell! Jeder Mensch benötigt andere Rahmenbedingungen, um Energie zu tanken. Und nicht nur das, es variiert auch von Situation zu Situation und abhängig von deiner Restenergie. Am besten fragst du dich selber, wonach dir gerade ist.

Die besten Pausen legt man übrigens ganz genau dann ein, wenn noch Energie-Reserven übrig sind. Und um für den Moment gewappnet zu sein, an dem wenn du spürst, dass deine Akkus sich nun langsam leeren, kannst du dir eine Liste anfertigen, die eine Ideen-Sammlung für deine persönliche Wohlfühl-Pause enthält.

Was ist zu tun?

Schreibe dir auf, was du tun kannst, wenn du nur 5 – 10 Minuten für eine Pause Zeit hast. Und das gleiche für eine 45 – 60-minütige Pause. Und auch für eine ganztägige Pause! Für deine Inspiration habe ich einige Beispiele für dich zusammen gestellt. Deiner Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt! Denk nur an die goldene Pausen-Regel: Weg von der Tätigkeit, die du gerade ausübst!

  • Wenn du nur 5 - 10 Minuten Zeit hast:

    • Lieblingslied. Kopfhörer. Ganz laut. Genießen & mitsingen!
    • Fünf Minuten die Augen schließen. Dabei kannst du sitzen (gerader Rücken, die Füße auf dem Boden) oder liegen. Die Hände dabei auf den Bauch legen und spüren, wie die Bauchdecke sich mit dem Atem hebt und senkt. Und dabei im Stillen mitzählen. Von 1 – 10. Bei jedem Atemzug eine Zahl. Wenn du bei 10 angekommen bist, zähle rückwärts von 10 -1. Verzählt? Kein Problem (ja, das wird passieren, glaube mir;-))! Dann fang einfach wieder bei 1 an.
    • Beweg dich kurz. Streck dich. Geh ein paar Schritte. Hol dir ein Stück Obst, füllt Kaffee/ Tee frisch auf.
    • Kollegen oder Freunde anrufen. Gleich ankündigen, dass du wenig Zeit hast und nur mal die Stimme hören und einen lieben Gruß dalassen wolltest.
  • Wenn du eine Stunde Zeit hast:

    • Spaziergang ums Büro oder im Grünen. Überprüfe im Moment für dich: Wonach ist dir mehr… Alleine gehen oder in Gesellschaft?
    • Schnapp dir ein Buch. Oder lies auf deinem Lieblingsblog!
    • Oder geh (speziell zur Mittagszeit) in ein schönes Restaurant. Bestelle dir leckeres Essen, genieße bewusst und tanke Energie.
  • Wenn du einen ganzen Tag Zeit hast:

    • Einen Tag Offline. Ohne Handy. Keine E-Mails. Kein Gepiepse.
    • In der Natur. In (positiver) Begleitung oder alleine. Oder ein bunter Stadtbummel!
    • Auch ein Tag auf dem Sofa, mit deiner Lieblingsserie oder Filmen kann eine hervorragende Pause sein!

 

Und du? Wie sehen deine Pausen aus? Gelingt es dir regelmäßig für Pausen zu sorgen?

Verrätst du mir, wie deine Wohlfühl-Pause aussieht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Deine Nele

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